Wie gesund ist Honig wirklich?

Woraus besteht Honig? Enthält Honig nur Zucker? Was ist HbA1c?

Honig ist ein beliebtes Lebensmittel und sorgt für eine gute Süße. Er schmeckt im Tee, auf Brot und eignet sich auch zum Backen hervorragend. Aber ist Honig wirklich gesünder als Zucker?

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Um zu verstehen, inwiefern sich Honig und Zucker unterscheiden, schauen wir uns zuerst an, was in Deinem Körper passiert, wenn Du Zucker isst.

Ernährungsphysiologisch passiert in Deinem Körper Folgendes, wenn Du Saccharose, allgemein bekannt als (Haushalts)Zucker, aufnimmst: Saccharose ist ein Zweifachzucker und besteht selbst aus den Einfachzuckern Fruktose und Glukose. Da diese schnell resorbiert werden, lassen sie Deinen Blutzuckerspiegel auch schnell ansteigen. Daraufhin setzt Deine Bauchspeicheldrüse Insulin frei, um dem Anstieg entgegen zu wirken. Die Glukose wird in Deinen Muskeln und in Deiner Leber eingelagert und Dein Blutzuckerspiegel fällt wieder.

Der eingelagerte Zucker wird in Glykogen umgewandelt und versorgt Deine Muskeln mit Energie. Deine Leber stellt das Glykogen für Deinen gesamten Körper zur Verfügung wodurch Karenzphasen, z.B. während des Schlafens, gut überbrückt werden können. Auch Dein Gehirn und die roten Blutkörperchen sind obligat Glukose-abhängig, d.h. auch sie benötigen Glukose unbedingt zur Energieversorgung.

Würdest Du keine Glukose oder andere Kohlenhydrate mehr zu Dir nehmen, wäre das durch die Leber zur Verfügung gestellte Glykogen nach 12 Stunden aufgebraucht. Die Glukose wird dann aus Aminosäuren gewonnen. Nach 1-2 Tagen wird dann der komplette Stoffwechsel Deines Körpers umgestellt und die Energie vorwiegend aus Fettsäuren gewonnen.

Woraus besteht Honig?

Betrachtet man nun die Zusammensetzung von Honig genauer, stellt man fest: Honig besteht ebenfalls hauptsächlich aus Fruktose und Glukose! Das Verhältnis von Fruktose zu Glukose variiert je nach Art des Honigs, wobei der Anteil an Fruktose in der Regel höher ist. So gesehen ist Honig ernährungsphysiologisch nichts anderes als Haushaltszucker und Dein Körper erkennt keinen Unterschied zwischen den beiden. Der hohe Anteil an Fruktose ist kein wirklicher Vorteil, da Fruktose im Stoffwechsel die Fettsäuresynthese anregt.

Allerdings hat Fruktose eine höhere Süßkraft als Glukose. Du benötigst also weniger Honig, um die gleiche Süßkraft zu erreichen wie mit normalem Zucker. Auch sorgt der höhere Anteil an Fruktose dafür, dass der Blutzuckerspiegel langsamer steigt als bei Zucker, da Fruktose keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel bzw. auf die Insulinausschüttung hat.

Enthält Honig nur Zucker?

Honig enthält neben Glukose und Fruktose auch noch Wasser, Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe. Diese Stoffe können einen positiven Effekt auf Deinen Körper haben, machen aber im Honig einen sehr geringen Anteil aus, so dass Du viel Honig essen müsstest um davon zu profitieren. 100g Honig enthalten 81g Kohlenhydrate (hauptsächlich Fruktose und Glukose), sowie 17g Wasser.

Die erwähnten Nährstoffe machen allerdings nur 2 von 100 g beim Honig aus, das heißt Du müsstest so viel Honig essen um davon zu profitieren, dass der negative Effekt überwiegen würde.

Ein permanent hoher Glukosespiegel im Blut kann außerdem zu einem Diabetes mellitus Typ 2 führen. Davor ist allerdings ein anderer Biomarker interessant: HbA1c

Was ist HbA1c?

A1c ist eine Proteinkette am Hämoglobin (Hb), welches den Sauerstoff im Blut transportiert. In der Zeit, in der Dein Blutzuckerspiegel erhöht ist (das heißt, du Glukose aufgenommen hast), verbindet sich das HbA1c mit Glukose. Diese Verbindung ist ganz normal und löst sich, sobald Dein Blutzuckerspiegel wieder sinkt.

Hast Du aber einen permanent hohen Blutzuckerspiegel, führt dies dazu, dass diese Verbindung sich nicht mehr einfach lösen kann - das erste Anzeichen für einen sogenannten Prädiabetes.

Überprüfe jetzt, ob Dein HbA1c-Wert im gesunden Bereich liegt oder ob Du Deinen Zuckerkonsum einschränken solltest. Einen gesunden Tag wünscht Dir das Lykon-Team!